Feldkirchen-Westerham, den 22.Dez.2016

Weihnachtsgrüße an alle Lieben nah und fern

„Als Rentner hat man keine Zeit“. Früher verursachte dieser Spruch bei mir große Verwunderung, heute lächele ich darüber.

Wieder einmal leuchten, schneller als gedacht, alle vier Kerzen am Adventsgesteck. Zeit der Besinnung!

Die große Anzahl wahrgenommener Termine zeigt deutlich, wie viel Zeit intensiv genutzt wurde. Der Lauf des Lebens brachte wirklich viele gute Momente der Freude und des Glücks, aber auch Traurigkeit, eine Reihe von Missgeschicken u. gesundheitliche Probleme. Ja, auch Angst. Zum Glück gibt es zahlreiche, wunderbare Erinnerungen, ob von unterwegs oder von den ausgefüllten Stunden im trauten Heim.

Hier kann ich nur einige Eindrücke erwähnen. So die Fahrt nach Hofheim um unser drittes Enkelkind kennenzulernen. Ein sehr kräftiger Stammhalter der, noch nicht einmal vier Wochen jung, entweder seine vorzügliche Milchbar genoss oder schlief. Dabei ließ er sich, egal was so um ihn herum passierte, auch nicht stören. Wir hielten ihn glücklich im Arm und freuten uns mit Timo, Ingrid und der großen Schwester Marlene. Im Herbst gab es eine weitere Autofahrt zur Familie Timo Benz: Julian Tim wurde getauft. Von Hofheim aus gab es für uns einen Tagesausflug nach Lahnstein. Nach vielen Jahren endlich mal wieder in der Heimatstadt mit Besuch bei meinem Bruder. Rainer und Sigi hatten Großelterntag und so lernten wir auch Louisa ihr erstes Enkelkind kennen. Nach Dienstende kam der Papa (mein Neffe René) mit Anna-Lena, der größeren Schwester von Louisa, hinzu. Der angenehme Nachmittag war viel zu schnell vorüber.

Für mich persönlich ging im April die seit 2014 angedachte Reise zu unserer Freundin Sharon nach Portland in Erfüllung. Es war der Beginn eines dreiwöchigen „Mädel-Urlaubes“. Eine Woche im schönen Barthmaier-Haus und zusammen zwei Wochen zu Gast bei den Freunden Gina & Tom Crisp auf Sonoran Stables in Tucson. Einfach herrlich, Elke in ihrer „Traumwelt“. Ich kann nur immer wieder Dank sagen für diese ganz besondere Zeit. Für Gina: Leider gibt es kein Erinnerungsfoto von uns Mädels, denn Du bist ja noch fotoscheuer als Sharon! Was soll's, im Herzen sind viele Bilder auch vom „Vier-Mädels-Muttertag“ gemeinsam mit SquareDance-Freundin Loni.

Ende Mai, Anfang Juni folgte ein Familienurlaub im Robinson-Club Ampflwang, Salzkammergut. Eine ganz neue Erfahrung für die Großeltern. Mit dabei Opa Rolf aus Kelkheim und „Omi“ aus München. Jans Mutter Ingrid bildet mit Opa Wolfgang & Oma Elke ein starkes Betreuungsteam für Mika, seit Maren im Januar wieder ihren Dienst aufgenommen hat. Die Großelterneinsätze machen natürlich Freude und halten uns fit. Na ja, manchmal sind wir auch geschafft und genießen anschließend die Westerhamer Ruhe. Meist nicht lange, denn es gibt ja noch das bewegungs- und reiseintensive Hobby SquareDance.

Zwischen all den schönen Dingen prägten die unterschiedlichsten Arzttermine unseren diesjährigen Rentnerkalender. Für Wolfgang gab es zahlreiche neue medizinische Besuche. Den Anfang machten im Juni & Juli die Termine beim Augenarzt mit dem Ergebnis einer Operation an beiden Augen. In diesem Zeitraum ereilte mich als Großmutter ein Fußballunfall. Auch für mich war eine neue Brille fällig. Ohne, bzw. mit einer neuen noch ungewohnten Brille, war das Sehvermögen wohl etwas eingeschränkt. Auf jeden Fall gab es die – oben bereits erwähnten – Missgeschicke. Glück im Unglück: es blieb bei Blechschäden, das Auto war nur 3x in der Werkstatt!

Eine frohe Nachricht kam im Herbst: Wolfgangs Blutwerte sind wieder normal, die Polymyalgia ist somit nach 2 ½ Jahren ausgeheilt. Wir sind wirklich froh, dass es ihm wieder möglich ist am Square Dance teilzunehmen. Nicht mehr so regelmäßig wie früher, aber ab und an zielen wir auch noch mit der Kugel auf neun Kegel. Zu den sehr zeitaufwändigen Beschäftigungen gehört zweifellos für Wolfgang die Arbeit am Computer. Fixe Arbeiten als Webmaster unseres Clubs Flying Dandelions und die Internettätigkeit für den Dachverband EAASDC. Dabei vergehen die Stunden sehr schnell. Ich selbst versuche meine Schreibtisch- und Computereinsätze in Grenzen zu halten. Die Halswirbel lassen das nicht mehr zu! Ein etwas ausführlicher Jahresrückblick liegt mir aber heuer auf dem Herzen.

Viele von Euch wissen, dass auf dem November-Kalender für Wolfgang ein besonderer Geburtstag stand. Aber selbst die ganz klein geplante Familienfeier in Westerham musste abgesagt werden. Elke lag bereits 2 Tage zuvor krank im Bett.

Von der Hofheimer Familie Benz ist zu berichten, dass Marlene (bald 4 Jahre) gesund und munter ist. Seit Herbst gehört sie, bei den GÄNSEBLÜMCHEN Hofheim, zu der Kindergartengruppe. Englisch versteht sie inzwischen recht gut und übersetzt gerne für andere Kinder ins Deutsche. Julian hat seinen ersten Flug über den Atlantik locker entspannt absolviert u. besucht nun bei den GÄNSEBLÜMCHEN die selbe Kita-Gruppe in der auch Marlene war. Letzte Woche ist Julian wegen Mittelohrentzündung mit geplatztem Trommelfell, operiert worden. Er hat den Eingriff mit Entfernung der Polypen gut überstanden. Wie Ingrid uns berichtete war er nach einem Tag wieder „ganz der Alte“ Auch Timo hat seine im Oktober aufgetretene Gürtelrose überwunden. Außerdem gehört sein Dienst für Germanwings in Köln endlich der Vergangenheit an. Er genießt derzeit seine Elternteilzeit mit seiner Familie. Timo musste, viel länger als vor Jahren gedacht, auf seine Rückkehr zu Lufthansa warten. Im Januar ist es nun soweit. Ingrid tritt gleichzeitig, nach der Babypause, wieder ihren Dienst an. Im Moment sind sie noch auf der Suche nach einem Au-pair-Mädchen für die Zukunft. Das ist auf jeden Fall für alle eine gute Lösung. Die Großeltern werden ja auch nicht jünger und die Entfernung ist groß. Während ich diese Zeilen schreibe wurde in der Kita und nachmittags im Elternhaus Julians ersten Geburtstag gefeiert. Per Skype konnten wir ihn sehen, ansprechen, winken und Bussi geben. Er hat fleißig zurück gewunken.

Unseren Erdingern geht es im Moment wieder gut. Eine Magen-Darm-Erkrankung durchkreuzte leider vor einigen Tagen Maren's Planungen zu ihrem 40-zigsten Geburtstag.

Sehr erfreulich verlief für Mika im Januar seine umfangreiche Abschlussuntersuchung in Regensburg. Alles ok., auch die große Naht ist inzwischen gut verheilt. Der kleine Kopf musste allerdings im Laufe des Jahres so manchen Sturz aushalten. U.a. eine Stirnwunde die nicht vor Ort versorgt werden konnte. Also ging es mit tatü-tata im Rot-Kreuz-Wagen ins Krankenhaus. Er war tapfer und hat hinterher stolz von der Fahrt erzählt. Ansonsten ist er ein gesunder, aufgeweckter kleiner Junge. Sehr interessiert, ein guter Beobachter und langsam muss man aufpassen was man sagt! Am Goeckehaus gab es in diesem Jahr zwei größere Baustellen. Die Garage, mit angrenzender Kuschelecke und die Dachterrasse wurden fertiggestellt.

Zwischendurch gab es für uns in Erding aber nicht nur Betreuungseinsätze. U.a. eine Begegnungen mit Timo und Familie und ein Besuch von Familie Dan Barthmaier aus Addis Abeba. Wir lernten nun auch Dans Frau Diana und Sohn Sebastian kennen. Sie lebten aus beruflichen Gründen ein paar Jahre in Afrika sind aber inzwischen wieder in die USA zurück gekehrt.

Eine liebe Gewohnheit sind die Besuche von Maren mit Mika in Westerham geworden. Wir freuen uns natürlich immer, wenn sie Zeit für eine oder zwei Nächte haben. Im November gab es sogar eine Premiere: Mika weilte, ohne Mama, mit zwei Übernachtungen bei Opa & Oma in Westerham.

Ich erwähne noch einmal den Aufenthalt in der alten Heimat. Er begann, nach Besuch bei Ursula im Blumenladen, mit Grabbesuchen in beiden Stadtteilen. Es folgte ein Spaziergang entlang der Lahnmündung und besinnliche Minuten in der alten Johanniskirche. Ich zündete für alle verstorbenen Familienangehörige und Freunde eine Kerze an. So habe ich es als Kleinkind von ganz lieben Wormser Verwandten gelernt. Dieser Tradition folge ich ab und an auch in anderen Kirchen, aber ganz besonders natürlich in Lahnstein. Hier schloss ich auch Erwin, Hubertus und Anni, die Verstorbenen dieses Jahres, mit ein. Ich sage es mit den Worten von Ernest Hemingway:

„Ein Licht ist ausgegangen, aber es ist nicht erloschen, denn tot ist nur, wer vergessen wird“.

Derzeit strahlen viele Lichter, Lichter der Hoffnung! Immer wieder erleben wir Schönes. Die Erinnerung an gute Momente ist ein großer Schatz, den kein Mensch uns nehmen kann. Und nicht vergessen: Nach den Lebensjahren sind wir alt. Wir möchten aber noch älter werden um noch möglichst viele schöne Momente einzufangen.

Zurück zu den Worten Rentner, Zeit und Termine am Anfang des Briefes. Für manche Reisen müssen wir uns schon ein Jahr zuvor entscheiden und mit Anzahlung buchen. Da ist es in diesem Jahr leider zu Termin-Überschneidungen gekommen. So z.B. mit dem Familientreffen in Hamburg und mit unseren beiden Jahrgangstreffen in Lahnstein. Es tat uns leid nicht dabei gewesen zu sein, bitten um Verständnis und hoffen sehr auf eine nächste Gelegenheit. Ein Familientreffen 2017 ist in Planung!

Nun schließe ich mit besten Grüßen. Mögen alle ein Weihnachtsfest mit gemütlichen Stunden und viel Freude verbringen. Jeder auf seine Weise.


Wolfgang und ich sagen Dank für Eure lieben Grüße und wünschen ein möglichst

gesundes und zufriedenes

Jahr 2017




Wolke&Families